Freya von der Flachsröste (*2003)
Die große Schwester
Nach
Callies
jähem Tod stellte sich uns die Frage, wollen wir
uns das noch einmal antun oder verzichten wir besser auf weitere
Hunde. Nun, es dauerte nicht lange und wir standen eigentlich nur
noch vor der Frage, ob wir einen Chow aus
einem Tierheim nehmen oder einen Welpen suchen. Conny brachte das
Argument, dem ich nichts mehr entgegensetzen konnte: "Ich
möchte endlich mal einen Hund, der seine Macken nur von uns
hat!" Also hiess es, einen Welpen zu finden. Durch die
freundliche Hilfe der Welpenvermittlungsstelle des ACC
(
Links)
hatten wir bereits 2 Tage nach Callies Tod
den ersten Termin zur "Besichtigung". Auf der Fahrt
dorthin diskutierten wir kurz darüber, was wir uns eigentlich
so vorstellten. Auf die Frage "Möchtest Du eigentlich
lieber einen schwarzen oder einen roten Chow?
Rüde oder Hündin?" lautete meine Antwort nur:
"Is mir wurscht! Der erste der kommt und mir die Finger abschleckt
isses!"
Tja, und Freya kam, sah und siegte! Ihr zukünftiges Herrchen begrüsste sie, indem sie ihm die Finger abschleckte. 1:0 für die Kleine. Frauchen, die unvorsichtiger Weise Sandalen trug, wurde zur Begrüssung erst einmal in den grossen Zeh gebissen. 2:0 und extra Bonus bei Herrchen! Sieg auf der ganzen Linie!
Am 9. August 2003 war es endlich soweit: Wir konnten Freya zu uns holen! Fünf lange Wochen ohne Chow-Chow fanden ein Ende. Und was für eines! Für jemanden, der einen sehr ruhigen Chow gewohnt ist, bedeutet es eine enorme Umstellung, plötzlich so ein kleines, quirliges Wesen um sich zu haben. Noch nie hatten wir einen derart munteren Chow erlebt!
Conny und ich hatten zunächst "Erziehungsurlaub". Ich die erste, Conny die folgenden drei Wochen. Ganz ehrlich: Wir waren froh, als wir wieder arbeiten durften! Bis zu acht Mal täglich Gassigehen, vier Mal täglich füttern, dazwischen spielen und balgen können ganz schön anstrengend werden! Und gerade das Balgen hinterlässt seine Spuren: ungezählte blaue Flecken und nicht deutlich weniger Kratzer und blutige Bissspuren..... Es mag jetzt ein wenig nach Masochismus klingen aber: schön wars doch!
In welche Richtung sich Freya entwickeln wird, muss sich erst noch herausstellen. Wir werden Sie darüber auf dem Laufenden halten. Bereits jetzt können wir sagen, dass es sich um eine sehr selbssichere junge Dame handelt. Erziehungstipps wie "Lass den Welpen so früh wie möglich von der Leine. Ihn plagen Verlassensängste und deshalb wird er dir immer folgen." können wir getrost vergessen: Wenn irgendwo ein Vogel zwitschert oder auch nur ein Blatt vom Baum fällt, ist das allemal interressanter, als hinter Frauchen oder Herrchen herzulaufen! Ausserdem findet Chow den Heimweg ja auch alleine!
Wenn ihr etwas nicht passt, verleiht sie ihrem Unmut auch Ausdruck. Das musste auch ihr Arzt erkennen, als er sich ihre Augen und Zähne ansehen wollte: Den tiefen Blick in die Augen liess sie gerade noch so über sich ergehen. Aber als sie die Zähne zeigen sollte, war der Spass vorbei: zwei erwachsene Männer konnten 6,5kg Chow-Chow nicht unter Kontrolle bringen! So etwas hatte unser Tierarzt bei einem so kleinen Hund nach eigener Aussage noch nicht erlebt!
Es sieht so aus, als hätten wir hier noch eine Menge Erziehungsarbeit zu leisten.....
Mittlerweile hat sie sich zu einem typischen Chow entwickelt: Wenn sie auf Kommandos hört, hat man immer das Gefühl, sie würde einem einen Gefallen tun. Zum Glück tut sie das recht häufig! Sie rennt nicht mehr wahllos auf jeden Passanten zu und will ihn begrüßen, sondern ist wesentlich zurückhaltender geworden. Es gibt keine Bissspuren mehr an Herrchens Armen und Beinen. Nur beim Tierarzt, da zickt sie immer noch sehr heftig rum! Sie mag ihn anscheinend ganz einfach nicht!
Und sie ist die perfekte große Schwester! Sie hilft uns bei der Erziehung
von
Kimi, wo immer es notwendig und
möglich ist. Kommandos wie "Sitz" oder "Gib Pfötchen"
macht sie der Kleinen vor. Wird Kimi gerufen, reagiert aber wieder einmal nicht, kommt Freya
und lässt sich dafür loben. Wenn Kimi das mitbekommt, kommt auch sie
angerannt und wird dann gelobt. Wenn wir spazieren gehen und Kimi wieder einmal
einen Passanten begrüßen muss, steht Freya maximal 2 Meter daneben
und achtet darauf, dass der Kleinen auch nichts passiert. Und selbst, wenn sich
die Beiden balgen, achtet Freya peinlichst darauf, dass sie Kimi nicht weh tut.
Schon mehrmals ist sie selbst auf die Nase gefallen, weil sie vermeiden wollte,
auf die "kleine Schwester" zu treten.......

